Von Salinos zur Nouvelle Cuisine
de Lakritz

Interview mit Inhaber Olaf Dormann

Hallo Olaf, …

kannst du dich erinnern, was deine „Einstiegsdroge“ beim Lakritz war?
Das waren Salinos. Wenn meine Mutter vom Einkaufen kam, brachte sie vom Büdchen immer für eine Mark Salinos mit. Das sind diese rautenförmigen, schwarzen Weichlakritze mit dem Aufdruck „Salino“. Die lagen in einer bestimmten Ecke im Süßigkeitenschrank, wo heute immer noch Lakritze lagern, allerdings welche von Kuletsch!

Ihr wart tatsächlich eine Lakritzesser-Familie?
Alle: Eltern, Onkel, Tanten, die Cousinen und die Oma. Und bei uns zu Hause sagt man zu Lakritz immer „Kuletsch“, daher komme ich auf den Namen.

Lakritz stand bei euch über Schokolade?
Tatsächlich. Wenn ich später in den Niederlanden auf Reisen war, gab mir meine Mutter Bestellungen auf: „Bring mir Lakritz aus Holland mit“.

Deine Familie hat aktiv nach Lakritz gesucht, was es bei uns nicht gab?
Genau. Die Standardsorten von Katjes und Haribo kannten wir ja. Und wenn wir Urlaub in Holland machten, wurde ausprobiert, was es da gab.

Was fand man denn da? Schon Sorten mit Frucht und Schoko-Überzug?
Nein, das gab es noch nicht, das kam erst vor etwa zehn Jahren auf. Das waren die Skandinavier, die immer schon mit Lakritz experimentierten. Dank Internet und Globalisierung gingen auch die Import-Export-Wege auf.

Die neue Food-Kultur des 21. Jahrhunderts: Nouvelle cuisine de lakritz?
Die schon länger existierenden Lakritzläden haben mir bestätigt, dass die Kombination mit Schokolade einen Boom ausgelöst hat. Es hat auch damit zu tun, dass Food-Shows und Ernährungstrends sehr angesagt sind. Hochwertiges Essen ist … in aller Munde (lacht).

Wie hast denn du diese neuen Lakritz-Kreationen entdeckt?
Erst mit der Idee, das Kuletsch zu eröffnen. Ich hatte die vorher nicht auf dem Schirm. Ich war stur auf meine Geschmacksrichtungen abonniert. Weil ich aber gerne Sachen ausprobiere, habe ich dann schnell aufgeholt.

Kann es ein Leben ohne Lakritz geben, Olaf?
Ich bin bekennender Lakritz-Junkie. Wenn ich in Ländern unterwegs bin, wo es kein Lakritz gibt, komme ich nach einer Woche auf Entzug.

Das Interview führte Helmut Gote im Rahmen der WDR 5 Sendung „Alles in Butter“. Ihr findet es hier.